Lubeck
Lubeck, Germany

Geotechnik in Lubeck

Bei der Erweiterung eines Gewerbebaus im Hochschulstadtteil sahen wir erst beim zweiten Baggerschurf, was der Rammkern in 2,80 m Tiefe zutage förderte: eine Wechsellagerung aus glazialem Mergel und fast breiigem Beckenschluff, direkt unter einer tragfähig wirkenden Sandkappe. Der Statiker hatte mit steifem Geschiebemergel gerechnet – die Korngrößenanalyse zeigte dann einen Feinkornanteil von über 40 Prozent, und der Triaxialversuch lieferte einen undränierten Scherwinkel, der eine deutliche Nachbemessung der Bodenplatte erforderte. Genau solche Überraschungen vermeiden Sie mit einer bodenmechanischen Untersuchung, die das Untergrundmodell nicht nur aus dem Baugrundgutachten übernimmt, sondern mit gezielten Laborversuchen absichert. In Lübeck, wo die Trave und der eiszeitliche Untergrund auf engem Raum kleinräumig wechselnde Bodenschichten hinterlassen haben, gehört die Kombination aus Drucksondierung und gestörter wie ungestörter Probenahme zum Standard, bevor der erste Bagger anrollt.

Der Steifemodul eines Lübecker Beckentons kann schon zwei Meter neben dem Aufschlusspunkt um 40 Prozent abweichen – das Laborprogramm muss diese Streuung abbilden.
Geotechnik in Lubeck
Geotechnik in Lubeck

Arbeitsumfang in Lubeck

Die bodenmechanische Untersuchung stützt sich in Norddeutschland auf die DIN 4020 in Verbindung mit dem Eurocode 7 (DIN EN 1997-1:2014-03), ergänzt durch die DIN 18196 für die Bodenklassifikation. In Lübeck ist das deshalb so entscheidend, weil die pleistozänen Ablagerungen – vom Geschiebelehm über Beckentone bis zu den postglazialen Sanden der Traveniederung – innerhalb weniger hundert Meter die Tragfähigkeit um den Faktor drei bis fünf variieren lassen. Unser geotechnisches Labor ist nach DIN EN ISO 17892 für die relevanten Versuche eingerichtet und arbeitet mit kalibrierten Prüfmaschinen, sodass die ermittelten Kennwerte direkt in den rechnerischen Nachweis der Standsicherheit einfließen können. Ob es um die Steifemoduln für die Setzungsberechnung geht oder um den wirksamen Reibungswinkel für den Grundbruchnachweis: Jede Bodenprobe durchläuft einen festgelegten Prüfplan, der mit dem Baugrundgutachter abgestimmt wird. Bei rolligen Böden aus den Traveterrassen ergänzen wir das Programm oft mit einer In-situ-Durchlässigkeit, um die Versickerungsfähigkeit für die Regenwasserbewirtschaftung zu quantifizieren.
ParameterTypischer Wert
Prüfverfahren (DIN EN ISO 17892)Wassergehalt, Atterberg-Grenzen, Korndichte, Einaxialdruck, Rahmenscherversuch, Triaxialversuch
ProbenentnahmeGestört nach DIN EN ISO 22475-1, ungestört mit Ausstechzylinder oder Kernbohrung
BodenklassifikationDIN 18196 (GE, GI, TL, TM, SU, ST usw.)
Versuchsdauer Standardprogramm7–10 Werktage ab Probeneingang
Spannungsstufen Triaxial3 Stufen, konsolidiert undräniert (CU) oder dräniert (CD)
BerichtsumfangTabellarische Kennwerte, Spannungs-Dehnungs-Diagramme, Bruchkriterium, Klassifikation

Field demonstration


Typische technische Herausforderungen in Lubeck

Vergleicht man die Altstadtinsel mit dem Hochschulstadtteil, liegen Welten zwischen den Baugrundrisiken. Auf der Insel haben wir es mit bis zu zehn Metern mächtigen anthropogenen Auffüllungen zu tun, die über holozänen Flusssanden und -schlicken lagern – hier entscheidet die bodenmechanische Untersuchung oft darüber, ob eine Tiefgründung mit Pfählen wirtschaftlich bleibt oder eine Baugrundverbesserung mit Schottersäulen ausreicht. Im östlichen Stadtgebiet dagegen steht der Geschiebemergel oft schon einen Meter unter GOK an, sodass die Versagensart eher in der Frostempfindlichkeit oder im Schwinden bei Austrocknung liegt. Die größten Kostenrisiken entstehen, wenn diese Unterschiede nicht vor der Ausschreibung erkannt werden: Ein zu optimistisch angesetzter Bettungsmodul auf Beckenschluff führt zu ungleichen Setzungen, während ein unnötig konservativer Ansatz auf tragfähigem Mergel die Gründungskosten in die Höhe treibt.

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Antwort innerhalb von 24h.

Anwendbare Normen: DIN 4020:2020-11 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN 1997-1:2014-03 – Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, DIN 18196:2011-05 – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, DIN EN ISO 17892 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben (Teile 1 bis 12)

Unsere Leistungen

Unsere bodenmechanische Untersuchung in Lübeck deckt die gesamte Kette von der Probenahme auf der Baustelle bis zum unterschriftsreifen Laborbericht ab. Sie erhalten die Kennwerte, die Ihr Tragwerksplaner braucht, ohne sich selbst um Transport, Lagerung und Prüffristen kümmern zu müssen.

Standard-Laborprogramm für Flachgründungen

Bestimmung der Zustandsgrenzen nach Atterberg, Korngrößenverteilung, Wassergehalt, Glühverlust und Einaxialdruckversuch an bindigen Proben. Damit liegen alle Kennwerte für die Setzungsberechnung und den Grundbruchnachweis nach EC 7 vor. Lieferzeit inklusive Bericht: 8 Werktage.

Erweitertes Programm mit Triaxial- und Scherversuchen

Für Baugruben, Böschungen und Tiefgründungen führen wir konsolidierte undränierte (CU) oder dränierte (CD) Triaxialversuche durch, ergänzt durch Rahmenscherversuche an rolligen Proben. Das Programm wird individuell auf das Baugrundmodell abgestimmt, ideal bei heterogenen Mergel-Sand-Wechselfolgen.

Häufige Fragen

Was kostet eine bodenmechanische Untersuchung in Lübeck für ein Einfamilienhaus?

Für ein Standard-Laborprogramm an drei bis fünf gestörten Proben aus Rammkernsondierungen oder Schürfgruben liegen die Kosten in Lübeck meist zwischen €2.780 und €4.100, abhängig von Probenanzahl und Versuchsumfang. Kommen ungestörte Proben und Triaxialversuche hinzu, bewegt man sich im oberen Bereich dieser Spanne. Wir erstellen vorab ein Festpreisangebot, das auf Ihrem Baugrundgutachter-Vorschlag basiert.

Welche Bodenproben brauche ich für eine bodenmechanische Untersuchung?

Das hängt vom Baugrund ab. Bei bindigen Böden wie dem Lübecker Geschiebemergel sind ungestörte Ausstechzylinder oder Kernbohrproben ideal, weil sie die natürliche Lagerungsdichte erhalten. Für rollige Sande aus den Traveterrassen reichen gestörte Proben aus der Rammkernsonde, ergänzt durch Sondierergebnisse. Unser Labor sagt Ihnen vor der Kampagne genau, welche Probengröße und -anzahl je Aufschlusspunkt nötig ist.

Wie lange dauert die Auswertung der Laborversuche?

Das Standardprogramm mit Wassergehalt, Atterberg-Grenzen, Korngrößenverteilung und Einaxialdruckversuch liegt nach sieben bis acht Werktagen als Bericht vor. Triaxialversuche mit drei Spannungsstufen brauchen wegen der Konsolidierungsphasen etwa zwölf Werktage. Bei dringenden Projekten bieten wir eine Expressauswertung innerhalb von fünf Werktagen an – sprechen Sie uns vor der Probenlieferung darauf an.

Abdeckung in Lubeck