Lübecks Altstadtinsel, umgeben von Trave und Elbe-Lübeck-Kanal, ruht auf einem mittelalterlichen Gründungspolster aus Sand und organischen Schichten – ein Umstand, der jeden Straßenbau in der Hansestadt zu einer geotechnischen Aufgabe macht. Die jüngeren Stadtteile wie St. Lorenz und St. Gertrud erstrecken sich dagegen auf eiszeitlichen Geschiebemergeln und holozänen Beckensedimenten, deren Tragfähigkeit oft unterschätzt wird. Wer heute eine Erschließungsstraße, einen Radweg oder eine Zufahrt plant, steht vor der Frage, ob der anstehende Boden den dynamischen Verkehrslasten dauerhaft gewachsen ist. Genau hier setzt die CBR-Studie für Straßenentwurf an: Sie liefert den Kalifornischen Tragfähigkeitswert, der nach RStO 12 als Bemessungsgrundlage für den frostsicheren Oberbau dient. In unserer Erfahrung aus zahlreichen Projekten im Lübecker Hafenrandgebiet und im Hochschulstadtteil zeigt sich, dass ohne eine standortspezifische CBR-Bewertung entweder unwirtschaftlich überbemessen oder riskant unterdimensioniert wird. Die Bestimmung erfolgt im Labor an gestörten Proben bei optimalem Wassergehalt und Verdichtungsgrad, sodass wir auch den Einfluss von Nachverdichtung und Wassersättigung auf die spätere Verformungsstabilität abbilden können.
Der CBR-Wert ist keine Bodenkonstante – er verändert sich mit Verdichtungsgrad und Wassergehalt. In Lübeck muss beides standortgenau ermittelt werden.
Arbeitsumfang in Lubeck

Typische technische Herausforderungen in Lubeck
Zwischen dem hochwassergefährdeten Stadtteil Travemünde und den Geschiebemergelkuppen des Lübecker Landgrabens liegen Welten in der Tragfähigkeit. In Travemünde dominieren marine Sande und Auffüllungen mit schwankenden Grundwasserständen, die bei unzureichender Verdichtung Setzungsmulden in Fahrbahnen erzeugen. Auf der Geest hingegen stehen steife Mergel an, die zwar hohe CBR-Werte liefern, aber bei Wasserzutritt aufweichen und ihre Tragfähigkeit drastisch einbüßen. Das größte Risiko im Straßenbau Lübecks ist die Überschätzung der visuellen Bodenansprache: Ein trockener Geschiebemergel kann CBR-Werte von 15 % vortäuschen, während derselbe Boden nach Wasserlagerung im Labor auf 3 % abfällt. Besonders kritisch sind die holozänen Kleiauflagen im Trave-Einzugsgebiet, die als Frostempfindlichkeitsklasse F3 gelten und ohne qualifizierte CBR-Studie zu Frosthebungen von mehr als 20 mm führen können. Wir empfehlen, die Probennahme saisonal zu staffeln – eine Frühjahrsbeprobung nach der Tauperiode zeigt oft realistischere Wassergehalte als eine Sommerbeprobung bei ausgetrockneter Oberfläche.
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Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum im Bereich CBR-Studie für den Straßenentwurf in Lübeck deckt die gesamte Kette von der Probennahme bis zur Dimensionierungsempfehlung ab. Wir arbeiten eng mit Tiefbauämtern, Ingenieurbüros und ausführenden Firmen zusammen, um für jedes Bauvorhaben – vom privaten Stellplatz bis zur kommunalen Erschließungsstraße – die passende Untersuchungstiefe festzulegen.
Labor-CBR-Prüfung nach ASTM / DIN
Bestimmung des CBR-Wertes an proctorgerecht verdichteten Proben bei optimalem Wassergehalt und nach Wasserlagerung. Wir ermitteln den Tragfähigkeitsindex für 0,1 und 0,2 Zoll Eindringung und geben eine Bewertung nach RStO-Tafel 1 ab.
Feld-CBR-Schnellprüfung
Direkte Bestimmung des CBR-Wertes in situ mit dem dynamischen CBR-Gerät auf Planumshöhe. Besonders geeignet für die Qualitätskontrolle während der Bauausführung und bei beengten Platzverhältnissen in innerstädtischen Baustellen Lübecks.
Bodengutachten mit Oberbaubemessung
Kombination von CBR-Wert, Korngrößenverteilung und Frostempfindlichkeitsklasse zur Dimensionierung des frostsicheren Oberbaus. Wir schlagen Belastungsklasse und Schichtdicken für Asphalt- und Pflasterbauweise gemäß RStO vor.
Häufige Fragen
Was kostet eine CBR-Studie für eine private Hofbefestigung in Lübeck?
Für eine einfache CBR-Laborprüfung an einer Mischprobe inklusive Proctorversuch und schriftlicher Bewertung liegen die Kosten je nach Probenanzahl zwischen €160 und €300. Der genaue Preis hängt davon ab, ob Sie die Probe selbst anliefern oder wir die Entnahme vor Ort durchführen.
Welcher CBR-Mindestwert gilt für den Unterbau einer Wohnstraße in Lübeck?
Nach RStO 12 und ZTV E-StB 17 muss der Unterbau für eine Wohnstraße der Belastungsklasse Bk1,0 auf dem Planum einen Verformungsmodul Ev2 von mindestens 45 MN/m² erreichen. Dies entspricht erfahrungsgemäß einem CBR-Wert von etwa 10 % auf dem Untergrund und 30 % auf dem Oberbau. Die genauen Anforderungen hängen von der Frostempfindlichkeitsklasse des anstehenden Bodens ab.
Wie viele Proben brauche ich für den CBR-Versuch bei einem 200 m langen Straßenabschnitt?
Nach ZTV E-StB ist für den Untergrund mindestens eine Mischprobe je anstehender Bodenschicht erforderlich, bei Wechsellagerungen auch mehr. Für 200 m empfehlen wir mindestens 3 Entnahmestellen im Abstand von ca. 70 m, um die Heterogenität der Lübecker Beckensedimente zu erfassen.
Kann der CBR-Wert auch direkt auf der Baustelle gemessen werden?
Ja, wir setzen das dynamische CBR-Prüfgerät ein, das den Eindringwiderstand in situ misst und mit dem Labor-CBR korreliert. Diese Feldprüfung ist besonders nützlich für die Abnahme des Planums und bei Zeitdruck auf innerstädtischen Baustellen, ersetzt aber nicht die laborseitige Referenzmessung für die Bemessung.
Was ändert sich bei der CBR-Studie, wenn der Boden in Lübeck als frostempfindlich eingestuft wird?
Frostempfindliche Böden der Klassen F2 und F3, wie sie im Trave-Einzugsgebiet häufig sind, erfordern eine dickere Frostschutzschicht und eine sorgfältigere Verdichtungskontrolle. Wir ermitteln zusätzlich den Wassergehalt nach Wasserlagerung und geben eine Empfehlung für den Mindest-CBR-Wert unter Berücksichtigung der Frosthebungsprognose nach ZTV E-StB.