Lubeck
Lubeck, Germany

Proctor-Versuch in Lübeck: Verdichtungskontrolle nach Norm

Die DIN 18127 ist für jeden Erdbau in Schleswig-Holstein das zentrale Regelwerk. In Lübeck mit seinen sandig-lehmigen Geschiebeböden und den weichen Marschen im Trave-Umland ist die Bestimmung der Proctordichte vor jeder Verdichtungsarbeit entscheidend. Wir führen den Proctor-Versuch im eigenen Labor durch – sowohl die einfache als auch die modifizierte Variante. Gerade bei den saisonal hohen Grundwasserständen, die für die Niederungen rund um Wakenitz und Trave typisch sind, reagieren bindige Aushubböden extrem empfindlich auf Wasserzutritt. Ein falsch gewählter Wassergehalt führt auf der Baustelle sofort zu ungenügenden Verdichtungsergebnissen. Die Korngrößenanalyse liefert uns vorab die Kornverteilung, damit wir im Labor die richtige Energie und das passende Einfüllverfahren wählen. Für Dämme und Verkehrsflächen in Lübecks Hafenerweiterungsgebieten ist der modifizierte Proctor-Versuch Pflicht, weil hier schwereres Gerät und höhere Lasten einwirken.

Eine Proctorkurve ohne Berücksichtigung des Größtkorns ist in Lübecks heterogenen Böden wertlos – wir sieben immer vor.

Arbeitsumfang in Lubeck

Im Laboralltag sehen wir oft, dass Aushubmaterial aus Lübecks Altstadtbereich völlig andere Proctorkurven zeigt als Material aus den Neubaugebieten St. Lorenz Nord. Die Altstadtböden sind oft humos und mit Ziegelbruch durchsetzt; da ist man schnell bei einem zu hohen organischen Anteil, der die Verdichtbarkeit stark einschränkt. Wir bestimmen die Trockendichte ρd und den optimalen Wassergehalt wopt in mehreren Einzelversuchen nach DIN 18127, Verfahren A bis D, je nach Größtkorn. Bei grobkörnigen Sanden aus dem Travetal fahren wir das Verfahren mit 2,5 kg Fallgewicht und 300 mm Fallhöhe. Wir wiegen auf 1 g genau und trocknen im Ofen bei 105 °C bis zur Massenkonstanz. Die ermittelte Proctordichte ist der Referenzwert, gegen den später jeder Sandkegel-Dichteversuch auf der Baustelle verglichen wird. Nur so kann der Bauherr sicher sein, dass der geforderte Verdichtungsgrad DPr von mindestens 97 % oder 100 % tatsächlich erreicht ist.
Proctor-Versuch in Lübeck: Verdichtungskontrolle nach Norm
Proctor-Versuch in Lübeck: Verdichtungskontrolle nach Norm
ParameterTypischer Wert
NormDIN 18127:2012-09
VariantenEinfach (Proctor 100 %) / Modifiziert (Proctor 110 %)
Fallgewicht2,5 kg (einfach) / 4,5 kg (modifiziert)
Fallhöhe300 mm / 450 mm
Schlagzahl pro Schicht25 (einfach) / 22 (modifiziert)
Anzahl Schichten3 (einfach) / 5 (modifiziert)
TrocknungsverfahrenOfentrocknung 105 °C, Massenkonstanz
Gültigkeit Größtkorn≤ 31,5 mm (Verfahren A–D)

Typische technische Herausforderungen in Lubeck

Die größte Gefahr für Verdichtungsarbeiten in Lübeck kommt von der Ostsee-Feuchte und den jahreszeitlich schwankenden Grundwasserpegeln. Ein im Labor perfekt bestimmter optimaler Wassergehalt ist bei einer plötzlichen Regenperiode auf der offenen Baugrube schnell Makulatur. Wir sehen häufig, dass bindige Geschiebemergel aus der Weichsel-Kaltzeit, wie sie in Lübecks Hügelland anstehen, bei Wasserüberschuss verschmieren und bei Austrocknung harte Schollen bilden. Beides verhindert eine homogene Verdichtung. Wir empfehlen daher, die Proctordichte nicht nur einmal vor Baubeginn zu bestimmen, sondern bei wechselnden Bodenchargen nachzusteuern. Ein überschätzter Proctorwert führt zu überhöhten Anforderungen, die das Gerät auf der Baustelle gar nicht leisten kann. Wird er unterschätzt, riskiert man spätere Setzungen unter der Gründung. Gerade bei den neuen Hochwasserschutzdeichen entlang der Trave ist der modifizierte Proctor-Versuch unverzichtbar, weil hier Setzungen von wenigen Zentimetern die Deichsicherheit gefährden.

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Anwendbare Normen: DIN 18127:2012-09 – Proctorversuch, DIN EN 13286-2 – Ungebundene Gemische (Proctor), ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen Erdbau, TP BF-StB Teil B 11.1 – Prüfverfahren Bodenverfestigung

Unsere Leistungen


Wir decken den gesamten Ablauf von der Probenahme bis zum Prüfbericht ab. Unser Labor in Lübeck arbeitet nach ISO 17025 und liefert belastbare Kennwerte für Erdplaner und ausführende Firmen.

Einfacher Proctor-Versuch

Standard-Referenzdichte für den klassischen Erdbau. Wir bestimmen ρd und wopt für bindige und nichtbindige Böden mit Größtkorn bis 31,5 mm. Prüfung im Normverfahren A–D.

Modifizierter Proctor-Versuch

Höhere Verdichtungsenergie für Tragschichten, Straßenbau und hochbelastete Dämme. Erforderlich bei schweren Verdichtungsgeräten und hohen Verkehrslasten gemäß ZTV E-StB.

Verdichtungsgrad-Nachweis

Kombination aus Proctor-Referenzwert und Felddichtebestimmung per Sandkegel. Wir berechnen den Verdichtungsgrad DPr und dokumentieren die Einhaltung der vertraglichen Anforderungen.

Häufige Fragen

Wann brauche ich in Lübeck den modifizierten statt den einfachen Proctor-Versuch?

Im Straßenbau und bei hochbelasteten Flächen ist der modifizierte Proctor-Versuch (110 % Verdichtungsenergie) Vorschrift. In Lübeck gilt das für alle Tragschichten nach ZTV E-StB sowie für Dämme in Hafennähe. Der einfache Versuch reicht für Gartengelände, Hinterfüllungen und untergeordnete Erdbauwerke.

Was kostet ein Proctor-Versuch in Ihrem Labor?

Ein einzelner Proctor-Versuch liegt je nach Verfahren zwischen €90 und €170. Wenn Sie mehrere Proben haben oder den Versuch mit einer Korngrößenanalyse kombinieren, bieten wir günstigere Paketpreise an.

Wie lange dauert die Prüfung im Lübecker Labor?

Ein Standard-Proctor dauert bei uns zwei Arbeitstage. Das beinhaltet die Probenvorbereitung, Trocknung, den Verdichtungsversuch mit mehreren Einzelpunkten und die Auswertung der Proctorkurve. Bei dringenden Projekten holen wir auf Absprache einen Express-Termin am selben Tag heraus.

Welche Bodenmenge benötigen Sie für den Versuch?

Wir brauchen etwa 30 kg ungestörtes Material, abhängig vom Größtkorn. Bei grobkiesigen Böden entsprechend mehr. Die Probe sollte in einem luftdichten Sack verpackt sein, damit der natürliche Wassergehalt nicht verloren geht – das ist für die Proctorkurve entscheidend.

Abdeckung in Lubeck