Lubeck
Lubeck, Germany

Bemessung flexibler Fahrbahnen in Lübeck – Geotechnische Grundlagen für tragfähigen Asphalt

Ein Fehler, den wir bei Bauvorhaben im Lübecker Raum immer wieder beobachten, besteht darin, den Oberbau einer flexiblen Fahrbahn allein nach Verkehrslast zu dimensionieren und die Tragfähigkeit des anstehenden Untergrunds zu vernachlässigen. In Lübeck prägen jedoch die weichselkaltzeitlichen Beckentone und mergeligen Geschiebeböden den Baugrund – Materialien, die bei Wasserzutritt rasch an Steifigkeit verlieren und zu ungleichmäßigen Setzungen führen. Wer hier ohne eine fundierte Baugrunduntersuchung asphaltiert, riskiert innerhalb weniger Frost-Tau-Wechsel strukturelle Risse und Spurrinnen. Unser Labor ermittelt deshalb vor jeder Bemessung flexibler Fahrbahnen die spezifischen bodenmechanischen Kennwerte, insbesondere den Verformungsmodul Ev2 auf Planumshöhe, und gleicht die Ergebnisse mit den Anforderungen der RStO 12 ab, um einen wirklich dauerhaften Oberbau zu gewährleisten.

Der Ev2-Wert auf Planum ist in Lübecks Geschiebemergel der entscheidende Parameter – wer ihn nicht prüft, dimensioniert im Blindflug.

Arbeitsumfang in Lubeck

Die RStO 12 verlangt für die rechnerische Dimensionierung flexibler Fahrbahnen den Nachweis ausreichender Tragfähigkeit auf dem Untergrund beziehungsweise Unterbau. In einer Stadt wie Lübeck, wo die Geländehöhen zwischen 3 und 32 m ü. NHN schwanken und die quartären Deckschichten kleinräumig wechseln, lässt sich dieser Nachweis nicht pauschal aus Tabellen ableiten. Wir führen daher stets eine Kombination aus Plattendruckversuchen nach DIN 18134 und ergänzenden Laborversuchen wie der Korngrößenanalyse durch, um den Schichtenaufbau materialspezifisch zu optimieren. Entscheidend ist die realistische Einschätzung der Frostempfindlichkeit: Geschiebemergel mit Schluffanteilen über 15 % erfordern in Lübeck meist eine stärkere Frostschutzschicht, als es die standardisierten Lastklassen vorsehen. Diese lokale Erfahrung fließt in jede Bemessung flexibler Fahrbahnen ein, die wir begleiten.
Bemessung flexibler Fahrbahnen in Lübeck – Geotechnische Grundlagen für tragfähigen Asphalt
Bemessung flexibler Fahrbahnen in Lübeck – Geotechnische Grundlagen für tragfähigen Asphalt
ParameterTypischer Wert
Plattendruckversuch Ev2 auf Planum≥ 45 MN/m² (LK 0,3)
Verdichtungsgrad DPr≥ 100 % (Frostschutzschicht)
FrostempfindlichkeitsklasseF2 / F3 (Geschiebemergel)
Dicke Asphaltbinder8–14 cm (Bk100)
Verformungsmodul Asphalttragschicht≥ 120 MN/m² (Ev2)
Wasserdurchlässigkeit Frostschutzkf ≥ 1·10⁻⁵ m/s
Referenztemperatur Asphaltsteifigkeit20 °C (EN 12697-26)

Typische technische Herausforderungen in Lubeck

Betrachten wir zwei typische Situationen in Lübeck: ein Gewerbegebiet auf den sandigen Kuppen nördlich von Kücknitz und eine Erschließungsstraße in den Niederungen der Wakenitz. Im ersten Fall liefern die sandig-kiesigen Böden von Natur aus gute Tragfähigkeit, sodass der Fokus auf der Verdichtung und dem Frostschutz liegt. Im zweiten Fall stehen organogene Weichschichten und Auelehme an, die schon bei geringer Belastung kriechen und Setzungsmulden von mehreren Zentimetern verursachen können. Eine Bemessung flexibler Fahrbahnen ohne Berücksichtigung dieser kleinräumigen Unterschiede führt zu einem Flickenteppich aus Schadstellen innerhalb weniger Jahre. Besonders tückisch sind die Übergangszonen, wo sich die Steifigkeit des Untergrunds abrupt ändert – hier entstehen klassische Querrisse, die sich bei Frost rasch ausweiten und den gesamten Asphaltaufbau zerstören.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

Anwendbare Normen: RStO 12 (FGSV 499), DIN 18134 (Plattendruckversuch), EN 12697-26 (Steifigkeit Asphalt), ZTV E-StB 17, FGSV 591 (Merkblatt Frost)

Unsere Leistungen


Unser geotechnisches Labor deckt alle Prüfschritte ab, die für eine normkonforme und standortgerechte Bemessung flexibler Fahrbahnen in Lübeck erforderlich sind:

Baugrunderkundung und Probennahme

Kleinbohrungen und Rammsondierungen zur Ermittlung der Schichtenfolge und der Lagerungsdichte im Bereich der geplanten Trasse.

Bodenmechanische Laborversuche

Bestimmung von Korngrößenverteilung, Plastizität, Proctordichte und Wassergehalt, um die Verdichtbarkeit und Frostempfindlichkeit des Untergrunds zu klassifizieren.

Tragfähigkeitsprüfung und Oberbaubemessung

Statische und dynamische Plattendruckversuche auf dem Planum sowie rechnerische Dimensionierung des Asphaltpakets nach den Belastungsklassen der RStO 12.

Häufige Fragen

Welche Lastklasse nach RStO 12 ist für eine Wohnstraße in Lübeck üblich?

Für Wohnstraßen und Anliegerwege wird in der Regel die Belastungsklasse Bk0,3 oder Bk1,0 angesetzt. Entscheidend ist allerdings die Tragfähigkeit des anstehenden Bodens – auf den in Lübeck verbreiteten Geschiebemergeln muss die Frostschutzschicht oft stärker ausfallen, als die reine Verkehrslast erwarten lässt. Wir legen die endgültige Klasse nach den Ergebnissen der Plattendruckversuche und der Frostempfindlichkeitsklassifikation fest.

Wie wird die Dicke der Asphaltschichten bei flexiblen Fahrbahnen bestimmt?

Die Dicke ergibt sich aus der rechnerischen Dimensionierung nach den Richtlinien der FGSV, wobei die Steifigkeitsmoduln der einzelnen Schichten und die Tragfähigkeit des Untergrunds (Ev2-Wert) eingehen. In unserem Labor prüfen wir die Steifigkeit des Asphalts nach EN 12697-26 bei 20 °C und simulieren die Lastverteilung im Mehrschichtsystem, um Ermüdungsrisse und Verformungen zu minimieren.

Mit welchen Kosten muss man für die Bemessung flexibler Fahrbahnen in Lübeck rechnen?

Die Kosten für die geotechnische Untersuchung und die rechnerische Bemessung flexibler Fahrbahnen liegen je nach Umfang der Bohrungen, Anzahl der Plattendruckversuche und Länge der Trasse zwischen €1.310 und €4.820. Ein genaues Angebot erstellen wir nach einer kurzen Besprechung der Projektunterlagen. Mehr Info.

Abdeckung in Lubeck