Lubeck
Lubeck, Germany

Schürfgrube zur Baugrunderkundung in Lübeck

Ein Löffelbagger greift die oberen humosen Lagen ab, darunter zeigt sich der Mergel, für den Lübecks Altstadt bekannt ist. Eine Schürfgrube von 2,20 Meter Tiefe legt frei, was unter der Grasnarbe liegt. Der Baggerschaufel folgt der Spaten für die gestörte Probe aus dem Geschiebelehm. Direkt vor Ort wird das Material in Eimer verpackt und beschriftet. Keine Spülung verfälscht die Feinteile. Die Grube bleibt offen, bis der Geotechniker die Schichtenfolge fotografiert und das Aufmaß notiert hat. In den Hangbereichen von St. Gertrud oder Kücknitz treten oft Sandbänder zwischen den Mergellagen auf, die man nur im offenen Profil erkennt. Ein präziser Aufschluss verlangt sauber abgestochene Wände und eine eindeutige Ansprache nach DIN EN ISO 14688.

Eine sorgfältig dokumentierte Schürfgrube liefert mehr Informationen über den Baugrund als drei Sondierungen im Blindflug.

Arbeitsumfang in Lubeck

Die Nähe zur Ostsee prägt den Untergrund. In Lübecks Niederungen, etwa entlang der Trave, steht der Grundwasserspiegel oft nur 1,20 Meter unter Gelände. Eine Schürfgrube fördert dann schon bei geringer Tiefe Wasser. Das erfordert zügiges Arbeiten und pumpengestützte Wasserhaltung. Im Unterschied dazu trifft man auf den Anhöhen rund um den Stadtwald auf dicht gelagerten Geschiebemergel, der sich nur schwer lösen lässt. Für die Probenahme ist das ein Vorteil – die Wände stehen stabil. Bei der Entnahme wird nach DIN 4021 zwischen gestörten und ungestörten Proben unterschieden. Die ungestörten Proben, entnommen mit Ausstechzylindern, liefern die Rohdichte und das Wassergehaltsprofil. Ergänzend zur Grube lohnt in weichen Schichten der SPT-Bohrung ein Blick auf die Lagerungsdichte, bevor die Baugrube endgültig dimensioniert wird.
Schürfgrube zur Baugrunderkundung in Lübeck
Schürfgrube zur Baugrunderkundung in Lübeck
ParameterTypischer Wert
Aufschlusstiefe üblich2,0 m bis 3,5 m
Grubenbreite0,8 m bis 1,5 m
Probenartgestört / ungestört (Ausstechzylinder)
Normative GrundlageDIN 4021, DIN EN ISO 14688
DokumentationSchichtenverzeichnis, Fotodokumentation
Wasserhaltungoffene Wasserhaltung bei Bedarf

Typische technische Herausforderungen in Lubeck

Im Lübecker Becken steht der Geschiebemergel oft nur wenige Dezimeter unter einer weichen Auffüllung. Eine Schürfgrube signalisiert dem Baggerfahrer sofort, wenn die Schaufel auf Findlinge trifft – ein typisches Phänomen im Altmoränengebiet. Diese Steine, teils über 30 cm Durchmesser, gefährden später den Bohrfortschritt bei Rammkernsondierungen. Ein weiteres Risiko ist das unbemerkte Antreffen von Torflinsen in den ehemaligen Feuchtgebieten nahe der Wakenitz. Werden diese organischen Schichten nicht erkannt, sind Setzungen im Bauwerk vorprogrammiert. Die offene Grube zeigt zudem, ob Wasserzutritte aus sandigen Zwischenlagen stammen, was für die Drainageplanung essenziell ist. Ohne diesen direkten Einblick bleibt die Baugrundbeurteilung lückenhaft.

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Anwendbare Normen: DIN 4021 – Aufschluss durch Schürfe und Bohrungen, DIN EN ISO 14688 – Benennung und Beschreibung von Boden, DIN 18196 – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, DIN EN ISO 22475-1 – Probenentnahmeverfahren

Unsere Leistungen


Unser Leistungsspektrum rund um den direkten Bodenaufschluss:

Maschinelle Schürfgrube

Ausführung mit Kompaktbagger in beengten Verhältnissen oder Mobilbagger auf großen Flächen. Die Grube wird lagegenau nach Plan eingemessen und nach Freigabe wieder verfüllt.

Probenahme und Labor

Entnahme gestörter Proben aus jeder Schicht. Auf Wunsch Stechzylinder für ungestörte Proben. Weiterleitung an das bodenmechanische Labor für Korngrößenanalyse oder Rahmenscherversuch.

Häufige Fragen

Was kostet eine Schürfgrube in Lübeck?

Für eine maschinelle Schürfgrube mit Dokumentation und Probenahme liegt die Spanne üblicherweise zwischen €490 und €780. Der Preis hängt von der Tiefe, der Anzahl der Gruben und den Zugangsverhältnissen ab. Eine detaillierte Kostenaufstellung erhalten Sie nach einer kurzen Projektskizze.

Wie tief kann eine Schürfgrube in der Lübecker Altstadt ausgeführt werden?

In der beengten Altstadt mit ihren schmalen Grundstücken sind meist 2,0 bis 2,8 Meter realisierbar. Bei tieferen Aufschlüssen muss die Grube verbaut oder geböscht werden. Das entscheidet der Geotechniker vor Ort anhand der Bodenart und des Platzangebots. Für größere Tiefen bieten sich ergänzende Sondierverfahren an.

Welche Bodenarten treten in Lübeck typischerweise auf?

Lübeck liegt im Bereich der Weichsel-Kaltzeit. Häufig ist Geschiebemergel, oft überlagert von Sanden und Auffüllungen. In den Niederungen der Trave und Wakenitz sind zudem holozäne Weichschichten wie Klei und Torf anzutreffen. Die Schürfgrube legt diese Wechsellagerung exakt offen. Mehr Info.

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