Lubeck
Lubeck, Germany

Bemessung von Schottersäulen in Lübeck: Tragfähigkeit in weichen Böden

In Lübeck sehen wir am Geotechniklabor immer wieder das gleiche Bild: Historische Bebauung auf jungpleistozänen Sanden, dazwischen Beckenschluffe, und dann kommt der Bauherr mit der Idee für einen viergeschossigen Anbau. Der Baugrund hier in der Holstentorstadt ist tückisch, weil die Tragfähigkeit auf kleinem Raum stark wechselt. Genau hier setzt die Bemessung von Schottersäulen an – ein Verfahren, das wir seit Jahren für Projekte rund um die Altstadtinsel und die wachsenden Quartiere in St. Lorenz Süd einsetzen. Die 216.000-Einwohner-Stadt an der Trave braucht Lösungen, die mit den weichen, teils organischen Schichten unterhalb der Sandüberdeckung klarkommen. Bevor man einen Kran aufstellt oder eine Bodenplatte bewehrt, muss klar sein, wie tief die Säulen reichen müssen und welcher Rasterabstand die Setzungen auf ein verträgliches Maß drückt. Dafür kombinieren wir Laborversuche mit der Erfahrung aus dutzenden Baugrundgutachten im Lübecker Becken.

Eine richtig bemessene Schottersäule in Lübecker Beckenschluffen kann die Setzung um über 60 Prozent reduzieren – vorausgesetzt, das Labormodell bildet die lokale Schichtung genau ab.

Arbeitsumfang in Lubeck

Die Bemessung nach Eurocode 7 (EN 1997-1:2004) in Verbindung mit DIN 1054 verlangt in Lübeck eine sorgfältige Übertragung der Baugrundkennwerte auf das Säulentragverhalten. Wir starten meist mit einer Rammsondierung oder einer CPT-Sondierung, um die undrainierte Scherfestigkeit der weichen Schichten zu erfassen – gerade in den Niederungsbereichen entlang der Wakenitz ist das unverzichtbar. Im Labor bestimmen wir dann an ungestörten Proben die Steifemoduln und das Konsolidierungsverhalten, bevor das numerische Modell die Lastabtragung über die Schottersäulen simuliert. Entscheidend für die Hansestadt ist die Frage der Säulenherstellung: Stopfverdichtung oder Rüttelstopfverfahren. Beides muss auf die oft nur 4 bis 8 Meter mächtigen weichen Lagen abgestimmt werden, ohne die darunter liegenden tragfähigen Sande zu vernachlässigen. Wir prüfen den erforderlichen Durchmesser (meist 60 bis 80 cm), den Spitzenwiderstand und die Mantelreibung, um ein Gesamtsystem zu dimensionieren, das Setzungsdifferenzen zwischen Alt- und Neubau minimiert. Die Qualitätssicherung erfolgt dabei nach den Vorgaben der DIN 4094 und wird durch Lastplattendruckversuche auf der Arbeitsebene begleitet.
Bemessung von Schottersäulen in Lübeck: Tragfähigkeit in weichen Böden
Bemessung von Schottersäulen in Lübeck: Tragfähigkeit in weichen Böden
ParameterTypischer Wert
Typischer Säulendurchmesser0,60 – 0,80 m
Übliches Rastermaß1,50 – 2,50 m (Dreiecksraster)
Erforderliche undrainierte Scherfestigkeit cu≥ 15 kPa (ohne Umschließung)
Setzungsreduktion (Erfahrung Lübeck)40 – 70 % gegenüber unbehandeltem Boden
Prüfverfahren QualitätssicherungLastplattendruckversuch (DIN 18134)
Relevante NormDIN 1054:2021, Eurocode 7

Typische technische Herausforderungen in Lubeck

Das Risiko in Lübeck kommt nicht vom Frost, sondern vom Wasser. Die Trave und der Elbe-Lübeck-Kanal drücken den Grundwasserspiegel in weiten Teilen des Stadtgebiets saisonal hoch, und in feuchten Wintern steht das Wasser oft nur einen Meter unter Gelände. Wer die Bemessung von Schottersäulen ohne gesättigte Laborversuche durchzieht, überschätzt die Mantelreibung und kriegt später ein Setzungsproblem, das teuer wird. Dazu kommt die Gefahr des Ausfließens von Feinteilen in die Säule: Ohne ein abgestimmtes Filtervlies oder eine abgestufte Kornverteilung im Schotterkörper kann die Drainagewirkung nach drei, vier Jahren nachlassen. In den Mischgebieten von St. Gertrud, wo sandige und schluffige Lagen im Dezimeterbereich wechseln, modellieren wir deshalb immer mit variablen Porenwasserüberdrücken und konservativen Ansätzen für die Durchlässigkeit. Ein überschätzter Abminderungsfaktor für die Gruppenwirkung führt in Lübeck schnell zu ungleichmäßigen Setzungen, die Risse in angrenzender Backsteinbebauung verursachen.

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Anwendbare Normen: DIN 1054:2021 – Baugrund – Sicherheitsnachweise, EN 1997-1:2004 (Eurocode 7) – Entwurf, Berechnung und Bemessung, DIN 4094-1 – Baugrund; Erkundung durch Sondierungen, DIN 18134 – Baugrund, Versuche und Versuchsgeräte; Plattendruckversuch

Unsere Leistungen


Unser Leistungsspektrum in der Hansestadt Lübeck deckt die gesamte Kette von der Erkundung bis zur Ausführungsbegleitung ab. Die folgenden zwei Kernbereiche bilden das Rückgrat unserer Arbeit für Schottersäulen-Projekte.

Geotechnische Bemessung & Numerische Modellierung

Wir erstellen das standsicherheitsrelevante Säulenraster auf Basis von FEM-Berechnungen, die die spezifischen Steifemoduln Ihrer Lübecker Bodenschichten abbilden. Inklusive Einzelsäulen- und Gruppennachweis nach DIN 1054 mit Angabe der erforderlichen Stopfparameter.

Qualitätssicherung & Lastplattendruckversuche

Vor Ort auf Ihrer Baustelle in Lübeck prüfen wir die ausgeführten Schottersäulen durch statische Lastplattendruckversuche nach DIN 18134 und dokumentieren die erreichten Verformungsmoduln Ev2 für die Bauabnahme.

Häufige Fragen

Was kostet die Bemessung von Schottersäulen für ein Einfamilienhaus in Lübeck?

Für ein typisches Einfamilienhausprojekt in Lübeck mit Baugrunderkundung, Laborversuchen und der numerischen Bemessung des Säulenrasters liegen die Kosten üblicherweise zwischen 1.260 und 4.870 Euro, abhängig von der Grundstücksgröße und der Anzahl der erforderlichen Sondierungen.

Reichen die Säulen bis in den tragfähigen Sand unter dem Lübecker Beckenschluff?

In der Regel ja. Die weichen Schichten im Lübecker Becken sind meist 4 bis 8 Meter mächtig. Wir dimensionieren die Schottersäulen so, dass sie mindestens 0,5 Meter in den liegenden Sand einbinden, um eine ausreichende Lastabtragung und Kippsicherheit zu gewährleisten.

Brauche ich eine Wasserhaltung während der Herstellung der Schottersäulen?

Das hängt vom Grundwasserstand zum Bauzeitpunkt ab. In vielen Stadtteilen Lübecks, besonders nahe der Trave oder des Kanals, steht das Wasser hoch. Wir empfehlen in diesen Fällen eine temporäre Grundwasserabsenkung oder zumindest eine angepasste Arbeitsplattform, damit die Verdichtung im Trockenen erfolgen kann. Mehr Info.

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