Die Lübecker Altstadt mit ihren Backsteinkirchen und Gängevierteln steht auf einem Untergrund, der so gar nicht zur Welterbe-Kulisse passen will: mächtige holozäne Weichschichten, Torflinsen und immer wieder altes Hafen- und Auffüllungsmaterial. Wer in St. Jürgen oder entlang der Trave eine tiefe Baugrube plant, bekommt es schnell mit Wasserhaltung und verformungsempfindlicher Nachbarbebauung zu tun. Die geotechnische Bemessung tiefer Baugruben ist hier keine Routine, sondern jedes Mal ein neues Puzzle aus Baugrunderkundung, numerischer Simulation und jahrzehntelanger Erfahrung mit dem Lübecker Becken. In unserer Praxis kombinieren wir klassische Erkundung mit modernen Berechnungsverfahren, um Verbauwände, Steifenlagen und Auftriebssicherung so auszulegen, dass die empfindlichen Nachbargebäude ungestört bleiben. Gerade in der historischen Inselstadt ist das kein Luxus, sondern zwingende Notwendigkeit.
Eine tiefe Baugrube in Lübeck bedeutet fast immer eine Baugrube im Grundwasser – die Bemessung beginnt dort, wo die Wasserhaltung versagt.
Arbeitsumfang in Lubeck

Typische technische Herausforderungen in Lubeck
Lübeck zählt rund 218.000 Einwohner, und ein großer Teil lebt auf quartären Sedimenten, die vor 10.000 Jahren noch Meeresboden waren. Die größte Gefahr bei tiefen Baugruben ist hier nicht die Tragfähigkeit des Bodens, sondern der hydraulische Grundbruch. Eine Baugrubensohle im Sand unterhalb des Trave-Wasserspiegels aufzuschließen bedeutet, mit artesischen Druckverhältnissen und plötzlichen Sohleinbrüchen rechnen zu müssen. Wir haben in der Beckenstraße einmal einen Baugrubenverbau bemessen, bei dem eine alte, nicht verzeichnete Hafen-Spundwand die Grundwasserströmung so veränderte, dass die Auftriebssicherheit erst nach einer Nachuntersuchung mit Porenwasserdruckgebern nachweisbar war. Ohne adaptive Bemessung und engmaschiges Monitoring läuft man in der Lübecker Innenstadt Gefahr, dass sich Setzungen bis in die dritte Häuserzeile fortsetzen – und das will bei mittelalterlicher Bausubstanz niemand verantworten.
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Unsere Leistungen
Unsere Bemessung tiefer Baugruben in Lübeck deckt den gesamten Zyklus ab – von den ersten Baugrunderkundungen bis zur Abnahme des Verbaus. Wir arbeiten eng mit den örtlichen Wasserbehörden und dem Denkmalschutz zusammen, weil in einer Stadt mit fünf gotischen Hauptkirchen jede Baumaßnahme auch eine städtebauliche Verantwortung trägt. Im Folgenden sehen Sie, was wir konkret für Ihr Projekt leisten:
Verbaubemessung und Standsicherheit
Wir dimensionieren Trägerbohlwände, Spundwände und Bohrpfahlwände nach EC7 und EAB. Inklusive Nachweis der tiefen Gleitfuge, Aufbruchsicherheit der Sohle und Verformungsberechnung für angrenzende Bebauung.
Wasserhaltung und Auftriebssicherung
Konzeption der Grundwasserabsenkung, Berechnung der Restwasserhaltung und Auftriebssicherheit für die Bauphase und den Endzustand. Besonders bei Tiefgaragen unterhalb des Trave-Niveaus unverzichtbar.
Baugruben-Monitoring und Beweissicherung
Einrichtung von Inklinometern, Setzungspegeln und Porenwasserdruckgebern, um die Prognose der Bemessung während des Aushubs zu validieren und bei Abweichungen sofort nachsteuern zu können.
Häufige Fragen
Was kostet die geotechnische Bemessung einer tiefen Baugrube in Lübeck?
Das hängt stark von der Komplexität ab. Eine einfache Trägerbohlwand mit einer Steifenlage liegt im Bereich von etwa 1.820 Euro, während eine mehrfach rückverankerte Bohrpfahlwand mit umfangreicher FEM-Berechnung und Grundwassermodellierung bis zu 8.620 Euro kosten kann. Entscheidend sind Aushubtiefe, Nachbarbebauung und die Anzahl der Bauzustände.
Welche Normen gelten für den Nachweis der Auftriebssicherheit?
Der Nachweis wird nach DIN EN 1997-1 in Verbindung mit DIN 1054:2021 geführt. Für den Grenzzustand UPL (uplift) müssen wir ständige und veränderliche Einwirkungen getrennt ansetzen und mit Teilsicherheitsbeiwerten beaufschlagen. In Lübeck spielen zudem hohe Grundwasserstände eine Rolle, die wir über Langzeitmessungen der Trave-Pegel absichern.
Wie wird die Verformung des Verbaus und der Nachbargebäude prognostiziert?
Wir arbeiten mit der Finite-Elemente-Methode, meist Plaxis 2D, und hinterlegen die Bodensteifigkeit aus Laborversuchen wie Triaxial- oder Ödometerversuchen. Die Setzungsmulde hinter der Wand beurteilen wir zusätzlich nach den Empfehlungen der EAB. Für denkmalgeschützte Nachbargebäude setzen wir das Verformungsniveau besonders konservativ an.
Ab welcher Tiefe spricht man in Lübeck von einer tiefen Baugrube?
Der Begriff ist normativ nicht scharf definiert, aber in der Praxis beginnen die anspruchsvollen Nachweise meist ab etwa 5 m Aushubtiefe, besonders wenn der Grundwasserspiegel angeschnitten wird. In der Lübecker Innenstadt haben wir es oft mit Tiefgaragen von 7 bis 12 m Tiefe zu tun, die alle Kriterien einer tiefen Baugrube erfüllen.
Wie binden Sie den Baugrundgutachter in die Bemessung ein?
Der Geotechnische Bericht nach EC7 ist die Grundlage jeder Bemessung. Wir arbeiten mit dem Baugrundgutachter zusammen, um die charakteristischen Bodenkennwerte festzulegen und das Baugrundmodell zu verfeinern. Fehlen Werte, veranlassen wir gezielte Zusatzaufschlüsse wie Drucksondierungen oder Rammsondierungen. Mehr Info.