Zwischen der Altstadtinsel mit ihren tiefgründigen Auffüllungen und den sandigen Terrassen in St. Gertrud trennen den Baugrund in Lübeck Welten. Während im historischen Kern künstliche Schichten aus Backsteinschutt und organischen Beimengungen die geoelektrische Signatur verzerren, bieten die pleistozänen Sande der östlichen Stadtteile ein deutlich homogeneres Widerstandsbild. Die Vertikale Elektrische Sondierung liefert hier, anders als invasive Aufschlüsse, ein kontinuierliches Tiefenprofil der spezifischen Widerstände, ohne das Gefüge zu stören. Gerade dort, wo der Grundwasserleiter der Trave-Niederung in die Bebauung hineinreicht, ermöglicht die VES eine präzise Abgrenzung zwischen gesättigten und ungesättigten Zonen, was für die Bemessung von Baugruben im Grundwasser und die Planung von Versickerungsanlagen unverzichtbar ist.
Die VES in Lübeck trennt den sandigen Grundwasserleiter vom bindigen Mergel, wo klassische Bohrungen nur punktuelle Informationen liefern.
Arbeitsumfang in Lubeck

Typische technische Herausforderungen in Lubeck
In den Niederungen entlang der Trave und der Wakenitz sehen wir immer wieder, dass unentdeckte salzhaltige Porenwässer die Widerstandsmessung drastisch verfälschen – ein Effekt, der bei rein mechanischen Sondierungen unsichtbar bleibt. Die spezifischen Widerstände sinken dann auf Werte unter 5 Ωm, was fälschlicherweise als massiver Ton interpretiert wird, tatsächlich aber nur die hohe Leitfähigkeit des Porenwassers widerspiegelt. Ohne geochemische Validierung und eine sorgfältige Inversion der Messkurve besteht die Gefahr einer Fehlklassifizierung des Baugrunds. Ein weiteres Risiko liegt in anthropogenen Auffüllungen mit Bauschutt oder Schlacke, die starke Streueffekte und scheinbare Anomalien erzeugen, welche die Interpretierbarkeit der VES-Daten erheblich einschränken können.
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Unsere Leistungen
Unser geophysikalisches Leistungsspektrum in Lübeck umfasst die elektrische Widerstandsmessung in Kombination mit der geotechnischen Feldansprache, um aus den geophysikalischen Signaturen belastbare Baugrundmodelle abzuleiten.
VES für Grundwassererkundung
Vertikale Sondierung zur Tiefenlage und Mächtigkeit von Grundwasserleitern in den quartären Sanden und tertiären Schichten Lübecks, einschließlich Leitfähigkeitsprofil.
Geoelektrische Baugrundkartierung
Flächenhafte Widerstandsmessung zur Abgrenzung von Geschiebemergel, Beckenschluffen und sandigen Rinnen, ideal für die Vorerkundung von Baugebieten.
Altlasten- und Deponieabgrenzung
Einsatz der VES zur lateralen und vertikalen Abgrenzung von Auffüllungen und Altablagerungen, basierend auf dem Kontrast der spezifischen Widerstände zum gewachsenen Boden.
Häufige Fragen
Welche Aussagekraft hat die VES in den heterogenen Moränenböden Lübecks?
Die Aussagekraft hängt stark vom Kontrast im spezifischen Widerstand ab. In Lübeck liegen die Widerstände für Geschiebemergel meist zwischen 20 und 60 Ωm, für Sande zwischen 100 und 800 Ωm. Dieser Kontrast reicht aus, um Schichtgrenzen zuverlässig zu kartieren. Problematisch wird es nur bei geringen Kontrasten, etwa zwischen schluffigem Mergel und tonigem Schluff. Hier kalibrieren wir die VES zwingend an einer Kernbohrung, um Mehrdeutigkeiten in der Inversion aufzulösen.
Was kostet eine vertikale elektrische Sondierung in Lübeck?
Die Kosten für eine VES in Lübeck liegen typischerweise zwischen €530 und €910 pro Sondierung, abhängig von der maximalen Auslagelänge und dem Aufwand für die Kalibrierung an Aufschlüssen. Bei mehreren Sondierungen in einem Baugebiet oder bei Kombination mit anderen geotechnischen Leistungen ergeben sich wirtschaftliche Staffelpreise.
Wie tief kann die VES im Lübecker Untergrund messen?
Die Erkundungstiefe wird von der Auslagelänge der Elektroden bestimmt. Mit einer Standardauslage von 100 Metern erreichen wir in den sandigen und mergeligen Böden Lübecks eine Tiefe von etwa 20 bis 25 Metern. Bei maximaler Auslage von 200 Metern sind Tiefen bis zu 50 Meter realistisch, wobei das Auflösungsvermögen mit zunehmender Tiefe abnimmt. Für tiefere Grundwasserleiter im Tertiär kombinieren wir die VES mit anderen geophysikalischen Verfahren.