Lubeck
Lubeck, Germany

Vertikale Elektrische Sondierung (VES) in Lübeck – Geoelektrische Erkundung für Baugrund und Grundwasser

Zwischen der Altstadtinsel mit ihren tiefgründigen Auffüllungen und den sandigen Terrassen in St. Gertrud trennen den Baugrund in Lübeck Welten. Während im historischen Kern künstliche Schichten aus Backsteinschutt und organischen Beimengungen die geoelektrische Signatur verzerren, bieten die pleistozänen Sande der östlichen Stadtteile ein deutlich homogeneres Widerstandsbild. Die Vertikale Elektrische Sondierung liefert hier, anders als invasive Aufschlüsse, ein kontinuierliches Tiefenprofil der spezifischen Widerstände, ohne das Gefüge zu stören. Gerade dort, wo der Grundwasserleiter der Trave-Niederung in die Bebauung hineinreicht, ermöglicht die VES eine präzise Abgrenzung zwischen gesättigten und ungesättigten Zonen, was für die Bemessung von Baugruben im Grundwasser und die Planung von Versickerungsanlagen unverzichtbar ist.

Die VES in Lübeck trennt den sandigen Grundwasserleiter vom bindigen Mergel, wo klassische Bohrungen nur punktuelle Informationen liefern.

Arbeitsumfang in Lubeck

Lübecks Untergrund ist geprägt von der Weichsel-Kaltzeit, mit einer Mächtigkeit der quartären Deckschichten, die in den östlichen Bereichen wie Kücknitz über 40 Meter erreichen kann. Unterhalb des Geschiebemergels lagern häufig tertiäre Feinsande, die als tiefer Grundwasserleiter fungieren. Bei der Sondierung wird ein Vierpunkt-Verfahren nach Schlumberger eingesetzt, dessen Auslage wir je nach erforderlicher Erkundungstiefe auf bis zu 200 Meter staffeln. Die Messkurve wird am Bohrkern kalibriert, um mit Hilfe von Inversionssoftware ein echtes Schichtmodell zu berechnen. Dabei korrelieren spezifische Widerstände unter 30 Ωm meist mit dem wasserführenden Geschiebelehm, während trockene Sande Werte jenseits von 200 Ωm annehmen. Diese geophysikalische Kalibrierung ergänzt die mechanische Baugrunderkundung, indem sie die laterale Ausdehnung von Schichten abbildet, die im SPT-Bohrung oder in der Schürfgrube nur punktuell erfasst werden.
Vertikale Elektrische Sondierung (VES) in Lübeck – Geoelektrische Erkundung für Baugrund und Grundwasser
Vertikale Elektrische Sondierung (VES) in Lübeck – Geoelektrische Erkundung für Baugrund und Grundwasser
ParameterTypischer Wert
MessverfahrenSchlumberger-Anordnung, Vierpunkt-Elektroden
Maximale Erkundungstiefe180 m (abhängig von Auslage und Untergrund)
Spannungsbereich100–400 V DC, geregelt
Auflösung Widerstand0,1 Ωm (spezifisch)
KalibrierungAn Bohrkernen und Rammkernsondierungen nach DIN EN ISO 22475
Normative GrundlageDIN 18127:2012-09, VDI 3813 Blatt 3
Datenauswertung2D-Inversion (Res2DInv) mit Topografie-Korrektur
AnwendungsbereicheGrundwassererkundung, Baugrundhomogenität, Altlastenabgrenzung

Typische technische Herausforderungen in Lubeck

In den Niederungen entlang der Trave und der Wakenitz sehen wir immer wieder, dass unentdeckte salzhaltige Porenwässer die Widerstandsmessung drastisch verfälschen – ein Effekt, der bei rein mechanischen Sondierungen unsichtbar bleibt. Die spezifischen Widerstände sinken dann auf Werte unter 5 Ωm, was fälschlicherweise als massiver Ton interpretiert wird, tatsächlich aber nur die hohe Leitfähigkeit des Porenwassers widerspiegelt. Ohne geochemische Validierung und eine sorgfältige Inversion der Messkurve besteht die Gefahr einer Fehlklassifizierung des Baugrunds. Ein weiteres Risiko liegt in anthropogenen Auffüllungen mit Bauschutt oder Schlacke, die starke Streueffekte und scheinbare Anomalien erzeugen, welche die Interpretierbarkeit der VES-Daten erheblich einschränken können.

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Anwendbare Normen: DIN 18127:2012-09 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Elektrischer Widerstand, VDI 3813 Blatt 3:2015-02 – Gebäudeautomation – Raumautomationsfunktionen, DIN EN ISO 22475-1:2022-02 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Probenentnahmeverfahren

Unsere Leistungen


Unser geophysikalisches Leistungsspektrum in Lübeck umfasst die elektrische Widerstandsmessung in Kombination mit der geotechnischen Feldansprache, um aus den geophysikalischen Signaturen belastbare Baugrundmodelle abzuleiten.

VES für Grundwassererkundung

Vertikale Sondierung zur Tiefenlage und Mächtigkeit von Grundwasserleitern in den quartären Sanden und tertiären Schichten Lübecks, einschließlich Leitfähigkeitsprofil.

Geoelektrische Baugrundkartierung

Flächenhafte Widerstandsmessung zur Abgrenzung von Geschiebemergel, Beckenschluffen und sandigen Rinnen, ideal für die Vorerkundung von Baugebieten.

Altlasten- und Deponieabgrenzung

Einsatz der VES zur lateralen und vertikalen Abgrenzung von Auffüllungen und Altablagerungen, basierend auf dem Kontrast der spezifischen Widerstände zum gewachsenen Boden.

Häufige Fragen

Welche Aussagekraft hat die VES in den heterogenen Moränenböden Lübecks?

Die Aussagekraft hängt stark vom Kontrast im spezifischen Widerstand ab. In Lübeck liegen die Widerstände für Geschiebemergel meist zwischen 20 und 60 Ωm, für Sande zwischen 100 und 800 Ωm. Dieser Kontrast reicht aus, um Schichtgrenzen zuverlässig zu kartieren. Problematisch wird es nur bei geringen Kontrasten, etwa zwischen schluffigem Mergel und tonigem Schluff. Hier kalibrieren wir die VES zwingend an einer Kernbohrung, um Mehrdeutigkeiten in der Inversion aufzulösen.

Was kostet eine vertikale elektrische Sondierung in Lübeck?

Die Kosten für eine VES in Lübeck liegen typischerweise zwischen €530 und €910 pro Sondierung, abhängig von der maximalen Auslagelänge und dem Aufwand für die Kalibrierung an Aufschlüssen. Bei mehreren Sondierungen in einem Baugebiet oder bei Kombination mit anderen geotechnischen Leistungen ergeben sich wirtschaftliche Staffelpreise.

Wie tief kann die VES im Lübecker Untergrund messen?

Die Erkundungstiefe wird von der Auslagelänge der Elektroden bestimmt. Mit einer Standardauslage von 100 Metern erreichen wir in den sandigen und mergeligen Böden Lübecks eine Tiefe von etwa 20 bis 25 Metern. Bei maximaler Auslage von 200 Metern sind Tiefen bis zu 50 Meter realistisch, wobei das Auflösungsvermögen mit zunehmender Tiefe abnimmt. Für tiefere Grundwasserleiter im Tertiär kombinieren wir die VES mit anderen geophysikalischen Verfahren.

Abdeckung in Lubeck